Zero Waste für Anfänger

Zero Waste für Anfänger

Ich möchte mein Leben auf Zero Waste umstellen. So, jetzt habe ich es gesagt und kann es nicht mehr rückgängig machen! 😉 Ich möchte für den gesamten Februar ein Zero Waste Experiment starten und mein Bestes geben, einen möglichst müllfreien Alltag zu führen. Zero Waste ist ein idealistischer, fast unereichbarer Lebensstil, den man sich sicher nicht über Nacht aneignen kann. Ein Monat ist daher eine gute Zeitspanne, um in den Zero Waste Lifestyle reinzuschnuppern, ohne eine Verpflichtung gleich das ganze Leben umzukrempeln. Ich möchte es als spannende aber auch lehrreiche Challenge sehen, mit viel Raum für Ausrutscher und frei von Verurteilungen. Vielleicht kann ich auch dich mit diesem „Zero Waste für Anfänger – Guide“ inspirieren, den müllfreien Monat mitzumachen und dein eigenes Zero Waste-Experiment zu starten.

Wie geht es los?

Zero Waste ist ein Thema, um das ich seit über einem Jahr herumschleiche. Mir fallen 1000 Gründe ein, warum ich niemals komplett Zero Waste leben kann. Warum es vieeel zu schwierig und anstrengend ist. Und warum das, was ich als einzelne Person tue, doch eh nichts an der Welt ändern kann.

Aber dann kommt doch immer dieses schlechte Gefühl, wenn ich den Müll herausbringe oder nach einem Einkauf die Produkte aus ihren Plastikverpackungen hole. Und die Erkenntnis: So möchte ich nicht mehr weiter machen! Ich möchte nicht mehr dazu beitragen, dass wir in Müll schwimmen, unsere wunderbare Erde unter Plastiktüten begraben und mit Giftstoffen unsere Gesundheit beeinträchtigen.

Das gedankliche Hin und Her kenne ich schon vom „vegan werden“. Da hab ich die Gedanken kreisen lassen bis der Kopf geraucht hat. Das ist typisch für mich und ich kann aus Erfahrung nur sagen: Lass das Denken und leg einfach los! 🙂 Wenn dich etwas interessiert und anspricht, dann schalte die nörgelnde Stimme im Kopf auf lautlos und go for it! Hat man mal angefangen, ergeben sich Lösungen für Dinge, an denen man sich vorher unnötigerweise aufgehängt hat.

Die Wahrheit ist, dass es bei den Dingen, die die Welt ein kleines Stückchen besser machen, nicht um Perfektionismus geht. Kaum ein Mensch wird es jemals schaffen, völlig umweltneutral unterwegs zu sein. Aber darum geht es auch nicht. Es zählt jeder Schritt in die richtige Richtung. Und wenn viele Menschen kleine Schritte tun, ist es viel mehr wert, als wenn einzelne Personen zu Perfektionisten werden.

Warum jetzt?

Inzwischen ist es ganz einfach, weniger Müll zu produzieren. Wunderbare Menschen haben es uns vorgelebt und den Weg geebnet. Wir müssen nur noch auf den Zug aufspringen und können es uns bequem machen. 😉 Überall ploppen Unverpacktläden auf, Gemüse gibt es auch im Supermarkt plastikfrei und im Badezimmer kann man auch als Beauty-Nerd tolle nachhaltige Alternativen finden. Man wird nicht mehr komisch angeschaut, wenn man beim Bäcker einen Jutebeutel über die Theke reicht und an der Supermarktkasse werden ganz selbstverständlich 15 einzelne Mandarinen gewogen. Das sind wunderbare Bedingungen um diesen Trend zu leben und mitzugestalten.

Bevor wir die Challenge starten, lohnt es sich eine Bestandsaufnahme vom Abfall zu machen, der im Alltag anfällt. Es ist wichtig, die Luft anzuhalten und mal einen tiefen und bewussten Blick in alle Mülleimer zu werfen. Man sieht, wo man schon recht müllfrei lebt, in welchen Bereichen man sich noch verbessern kann und wo sich die Müllberge häufen. Im Optimalfall kann man für genau diese Produkte umweltfreundlichere Alternativen finden. Ich fange mal an:

Wo produziere ich am meisten Müll?

  • Gelber Sack: Hauptsächlich findet man in unserem gelben Sack Katzenfutterdosen und Milchkartons, gelegentlich auch mal Snack-Verpackungen. Das ist leider der Hauptteil vom Müll, der in unserem Haushalt anfällt.
  • Papiermüll: Hier tümmeln sich Post und ungewollte Zeitungen neben Verpackungen von Katzenstreu, Kartoffeln und Nudeln.
  • Restmüll: Wir haben tatsächlich kaum Restmüll. Hier landen nur ein wenig Zahnseide, Bananen-Etiketten, seit kurzem wieder Kassenzettel und alles, was der Staubsauger aufsaugt.
  • Biomüll: Obst- und Gemüsereste und Teeblätter werden natürlich in der Biotonne entsorgt.
  • Arbeit: Meine Arbeit ist alles andere als Zero Waste. Im Labor verbrauchen wir Unmengen an Plastik, das nur einmal verwendet werden kann. Außerdem verwenden wir giftige, krebserregende Chemikalien, die aufwendig entsorgt werden müssen. Als Ausgleich versuche ich im Büro möglichst papierfrei und digital zu arbeiten.

Wo lebe ich schon müllfreier?

  • Seit ich mich mit Minimalismus beschäftige, ist es mir quasi in Fleisch und Blut übergegangen, bewusst einzukaufen und keine unnötigen Dinge anzuschaffen. Das vermeidet Müll und ist eine Grundlage von Zero Waste – denn Unmengen umweltfreundlichere Gegenstände anzuhäufen, die man nicht braucht, macht im Endeffekt auch viel Müll.
  • Bei pflegender Kosmetik tendiere ich schon seit einer Weile zu umweltfreundlicheren Alternativen, wie festen Shampoos und Duschseifen oder in Glas verpackter Naturkosmetik. Bei Make Up habe ich ehrlich gesagt noch meine Schwierigkeiten wirklich tolle, Zero Waste Produkte zu finden.
  • Lebensmittel kaufe ich möglichst unverpackt oder plastikfrei und in Bio-Qualität. Wir haben eine Gemüsekiste abonniert, bei der uns wöchentlich eine Kiste voller bunter, regionaler Bio-Gemüsesorten mit dem Fahrrad vorbeigebracht wird.
  • Da wir gerne Dinge verkaufen, die wir nicht mehr brauchen, werden bei uns alle Kartons wiederverwendet.

Regeln für die Challenge:

Ich habe mir 5 Richtlinien für das Zero Waste-Experiment überlegt, an die ich mich im kommenden Monat halten möchte:

# 1 Wenn möglich, nichts kaufen. Stattdessen einfach benutzen, was man schon hat: das gilt besonders für Zeug, das wir nicht brauchen (#Minimalismus), ungesunde Snacks, Fast Fashion oder neue Instagram-taugliche „Zero Waste-Artikel“ kaufen.

# 2 Wenn möglich, unverpackt und in Bio-Qualität einkaufen: im Unverpacktladen, auf dem Wochenmarkt, in einer Gemüsekiste, im Supermarkt oder im Bioladen.

# 3 Plastikfreie Alternativen suchen. Auch wenn Glas oder Papierverpackungen nicht immer automatisch umweltfreundlicher sind, möchte ich hauptsächlich plastikfrei einkaufen. Plastik kann oft nicht komplett recycelt werden, kann Schadstoffe enthalten und gelangt leider viel zu oft in die Umwelt.

# 4 Unternehmen unterstützen, die Nachhaltigkeit oder Zero Waste praktizieren (auch wenn man die Produkte online bestellen muss). Hier gilt es mit der Nachfrage das Angebot zu stärken!

# 5 Nur im Notfall zu Plastik greifen. Wenn es keine Alternativen gibt, werde ich auch im Zero Waste-Monat zu Plastik greifen. Tofu, Kokosmilch und Sojamilch kann ich nur schwer unverpackt bekommen. Das gilt auch für das Futter meiner Haustiere, dass ich nicht umstellen möchte.

Ich hoffe, ich kann dich mit diesem Post auch ein wenig ermuntern, dich mit Zero Waste zu beschäftigen oder sogar das Experiment im Februar mitzumachen 🙂 Ich würde mich freuen,

deine Jane.

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